Gebäudesicherheit

Gebäudesicherung – Optimaler Rundum-Schutz speziell für Ihren Bedarf

Jeder von uns hat ein persönliches Bedürfnis nach Sicherheit, egal ob auf der Arbeit oder Zuhause. Um Sicherheit zu gewährleisten kann man sich entsprechend schützen. Zum einen geschieht dies durch die richtige Verhaltensweise im Alltag, wie das Abschließen von Türen oder das Schließen von Fenstern. Abgesehen von einem angemessenen Verhalten ist es jedoch für erhöhte Sicherheit zudem von Bedeutung, auch Schutzmaßnahmen mithilfe der richtigen Sicherheitstechnik zu treffen. Man sollte dabei auf eine Kombination aus mechanischem und elektronischem Einbruchschutz setzen. Weshalb eine entsprechende Gebäudesicherheit von Bedeutung ist, was es zu beachten gilt und welche Komponenten sich für Ihren Bedarf eignen, haben wir für Sie in diesem Ratgeber zusammengefasst.

Einbruchschutz: Die wichtigsten Informationen und Hinweise

Gründe für Gebäudesicherheit

  • Alle zwei Minuten findet in Deutschland ein Einbruchversuch statt
  • Nur etwa 17% aller Einbrüche können aufgeklärt werden
  • Dank neuester Technik und präventiver Maßnahmen misslingen jedoch über 40% aller Einbruchversuche
  • Folgen eines Einbruchs für die Opfer: materielle sowie psychische Belastungen (Traumata)
  • Daher ist eine Investition in ausreichenden Einbruchschutz sehr lohnenswert

Rechtliche Richtlinien für Überwachungskameras

  • Grundsätzlich darf der Grundstückseigentümer zum Schutz Kameras aufstellen
  • Die Kamera darf jedoch nur das eigene Grundstück filmen
  • Das Nachbargrundstück oder gemeinsame Zugangswege/ Einfahrten dürfen nicht gefilmt werden, da dies einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Nachbarn darstellt
  • Nachweispflicht: Der Inhaber der Kamera ist in der Pflicht nachzuweisen, dass Interessen von Betroffenen nicht verletzt werden. Bspw. muss der Arbeitgeber seinen Angestellten nachweisen, dass die Kamera nur den Eingangsbereich aufnimmt und nicht die Arbeitsplätze
  • Hinweispflicht: Betroffene müssen über Beobachtung in Kenntnis gesetzt werden, d.h. Hinweisschilder müssen deutlich sichtbar angebracht werden, um jedem die Entscheidung zu ermöglichen, sich der Überwachung, bspw. durch Nicht-Betreten, zu entziehen
  • Unrechtmäßiges Filmen kann zu Unterlassungs- und Schadensersatzklagen führen
  • Sind Aufzeichnungen einzelnen Personen zuordenbar, müssen diese über die Art der Verarbeitung und die Nutzung aufgeklärt werden
  • Verwendung von Aufzeichnungen: Ausschließlich für vorbestimmten Zweck zulässig. Ist dieser erfüllt, müssen die Aufzeichnungen umgehend gelöscht werden
  • Aufbewahrung von gespeicherten Videoaufnahmen ist auf wenige Kalendertage zu beschränken
  • Bei ausschließlicher Aufzeichnung des eigenen Grundstücks, gibt es keine rechtlichen Vorgaben, wie lange die Aufnahme gespeichert werden darf
  • Privater Fahndungsaufruf via Internet ist rechtlich nicht zulässig, das Filmmaterial bezüglich des Einbruchs sollte an die Polizei übermittelt werden

Welche Bereiche dürfen überwacht werden?

ZulässigNicht zulässig
  • Kassenbereiche und Abrechnungsräme in denen mit hohen Bargeldbeträgen umgegangen wird
  • öffentlicher Straßenraum (Befugnis liegt ausschließlich bei Behörden)
  • Gebäudeaußenwände nach tatsächlich eingetretenen Beschädigungen
  • Dauerhafte Erfassung des Arbeitsbereichs von Mitarbeitern
  • öffentlicher Raum, den jeder betreten darf
    (Bspw. Verkaufsraum oder an den Kassen),
    auch zulässig, wenn es Arbeitsplatz des Mitarbeiters betrifft
  • Intimzonen
    (Bspw. Toiletten, Umkleideräume, Waschräume), auch keine Attrappen
  • Überwachung ist zur Wahrung berechtigter Interessen erforderlich
    (Bspw. Tresorräume, Umgang mit besonders wertvollen Gegenständen)
  • Reine Freizeitbereiche
    (Bspw. Bars, Sitzgruppen, Foyers)
  • öffentlich zugängliche Räumlichkeiten bzw. Areale
    (Bspw. Kundenparkplätze, Parkhäuser, Tankstellen, Verkaufsflächen von Supermärkten, Bibliotheken, Zufahrten zu Unternehmensgrundstücken)
  • Orte, die zum höchstpersönlichen Lebensbereich gezählt werden
    (Bspw. Sanitärräume, Schlafräume, Toiletten, Pausenräume)

Wann und wo ist eine heimliche Videoüberwachung zulässig?

  • Bei konkretem Verdacht einer strafbaren Handlung oder einer anderen schweren Verfehlung zu Lasten des Arbeitgebers
    (z.B. Verdacht auf Industriespionage)
  • Wenn alle sonstigen Mittel ausgeschöpft sind und die Videoüberwachung die letzte Option des Arbeitgebers ist,
    den Verdacht aufzuklären
  • Wenn ein zeitlich und räumlich begründeter Anfangsverdacht vorliegt (Straftaten von Dienstleistern oder Mitarbeitern)
  • Ausschließlich die Person darf überwacht werden, die verdächtigt wird, dem Arbeitgeber zu schaden
  • Zeitliche Begrenzung der verdeckten Überwachung muss gegeben sein
  • Verdeckte Überwachung darf in Büroräumen oder Lagern stattfinden

Überwachungskameras und Co.: Die effektivsten Möglichkeiten für Sie

Hilfreiche Fragestellungen vor dem Kauf

  • Nachtsicht-Option: Wie hoch sollen Auflösung und Reichweite sein?
  • Soll die Kamera eine automatische Verfolgungsfunktion besitzen?
  • Welche Abschreckungsmethode soll angewendet werden: Sirene oder lauter Alarm?
  • Soll eine Bewegungserkennung integriert sein und ein Warn-Mechanismus per E-Mail oder App möglich sein?
  • Soll eine Gegensprechfunktion eingebaut sein, um mit Personen vor der Kamera per Lautsprecherfunktion in Kontakt zu treten?
  • Welchen Witterungsschutz soll die Kamera aufweisen? Wie gut soll das Bild- und Videomaterial trotz äußerer Einflüsse (z.B. Regen, Schnee, Nebel) sein?
  • Soll ein permanenter, uneingeschränkter und weltweiter Zugriff via Hersteller-App möglich sein?
  • Ist die Kamera für den Außen- oder Innenbereich gedacht?
  • Soll die Kamera in das WLAN-Netzwerk eingebunden werden und Daten somit z.B. in der Cloud gespeichert werden?

Arten von Kameras zur Überwachung

  • 360-Grad-Kamera
    Zwei sich gegenüberliegende 180-Grad-Linsen nehmen zwei Bilder auf, die anschließend zu einem zusammengesetzt werden. Dadurch kann ein voller 360-Grad-Winkel erzeugt werden (Technisch: Omnidirektionale Kameras)
    Vorteile:
    Einbrecher können Überwachungsbereich der Aufnahme nicht einfach umgehen, da es keinen toten Winkel gibt.
    Nachteile
    Fehlerhaftes Zusammenfügen der Bilder kann zu unsauberer Schnittkante führen, die sich nur schwer bis gar nicht entfernen lässt.

    Besonderheit: 360-Grad-Kamera in 3D

    • Filmen jede Richtung mit zwei Linsen ab (insgesamt acht Linsen), d.h. jede Richtung wird doppelt gefilmt
      und die Bildausschnitte zweier Linsen überlagern sich leicht
    • Durch das Filmen einer Szene aus zwei Richtungen ergeben sich zwei überlappenden Bildausschnitte,
      jeweils einen für das linke und eine für das rechte Auge
    • Vorteil: Das Bild gewinnt an Tiefe und der Zuschauer hat mehr Präsenzgefühl
  • IP-Überwachungskamera (Netzwerkkamera)
    Fungiert als eigenständiges Gerät im Heimnetzwerk (inkl. eigener Stromversorgung und eigener Netzwerkschnittstelle). Der Zugriff funktioniert von verschiedenen Geräten gleichzeitig und via App lässt sich die IP-Cam von iOS oder Android-Geräten aus der Ferne steuern. Eine IP-Cam ist mittels SSL-Verschlüsselung geschützt.
    Vorteile:
    Muss nicht an einen PC angeschlossen sein, sondern verschickt Bilder eigenständig über das Netzwerkgerät. Zudem sind Bilder mit dafür eingerichteten Endgeräten überall abrufbar. Kameras können über das Internet von überall aus gesteuert werden (über Software am PC oder Smartphone-App). Bild- oder Videoübertragung kann zeitgleich von mehreren Nutzern geöffnet werden. Menschen, Immobilien und Sachwerte werden bei allen Lichtverhältnissen geschützt.
    Nachteile:
    Müssen zusätzlich gegen Angriffe aus der virtuellen Welt geschützt werden.

  • Kamera-Attrappe
    Die Größe und Gestalt einer Kamera-Attrappe entspricht gängigen Kameramodellen, so zielen sie darauf ab, Diebe und Einbrecher abzuschrecken und Einbrüche zu verhindern. Häfig haben Kamera-Attrappen integrierte Bewegungsmelder und blinkende LEDs, um noch reeller zu wirken.
    Vorteile:
    Deutlich günstiger
    Nachteile:
    Falls ein Einbruch geschieht, können Kamera-Attrappen nicht zur Aufklärung beitragen.

Fehler, die beim Kauf einer vermieden werden sollten

  • Verkabeln Sie IP-Kameras für eine lückenlose Aufzeichnung zu Sicherheitszwecken
  • Setzen Sie keine Wildkamera ein, sondern verwenden Sie stattdessen
    eine Outdoor IP-Kamera mit Nachtsichtfunktion
  • Achten Sie auf die Bauform der Kamera, denn eine falsche Bauform schränkt die Ausrichtung und den Überwachungsradius ein
  • Bedenken Sie beim Kauf einer Kamera mit Drehfunktion, dass diese schneller verschleißen und es einfacher ist sie bei einem Einbruch zu überlisten, da man die Drehbewegung verfolgen und sich entsprechend verhalten kann

Melder und Sensoren: Die perfekte Ergänzung

Bewegungmelder

Ein elektronischer Sensor, der Bewegungen in seiner näheren Umgebung erkennt und so als elektronischer Schalter arbeiten kann. Einsatz findet der Bewegungsmelder hauptsächlich zum Ausösen eines Alarms. Man unterscheidet zwischen aktiver und passiver Funktionsweise, wobei die aktive Funktionsweise mittels elektronmagnetischer Wellen (HF oder Dopplerradar) oder Ultraschall und die passive Funktionsweise via Infrarotstrahlung funktioniert.

Arten von Bewegungsmeldern

  • PIR-Sensor (Pyroelectric Infrared Sensor / Passive Infrared Sensor)
    Der PIR-Sensor, der auf Infrarotstrahlung basiert, ermittelt Temperaturveränderungen und reagiert ausschließlich auf solche.
  • Dopplerradar
    Der Dopplerradar reagiert wenn sich der Abstand einer Person zum Sensor ändert.
  • Ultraschallbewegungsmelder
    Der Ultraschallsensor spricht auf eine änderung (Soll-Ist-Vergleich) der vom Melder ausgesendeten und als Reflexion empfangenen Ultraschall-Wellen im Überwachungsbereich an.

Präsenzmelder

Präsenzmelder werden überwiegend als Deckeneinbau in Bürogebäuden, Fluren oder öffentlichen Gebäuden genutzt. Sie legen ein schachbrettartiges Netz über den gesamten Raum und können somit im Optimalfall auf kleinsteBewegungen (z.B. Tippen auf einer Tastatur) reagieren.

Vorteile:

  • Reaktion auf kleinste Bewegungen
  • Schaltet das Licht aus, wenn es nicht mehr benötigt wird
  • Misst permanent die Helligkeit im Raum

Tür- und Fenstersensoren

Die Tür- und Fenstersensoren bestehen aus zwei Elementen. Eines der Elemente wird am Rahmen von Tür oder Fenster angebracht, wobei das andere Element an die Türe bzw. das Fenster direkt montiert wird. Eine Befestigung des Elementes am Rahmen ist mit doppelseitigem Klebeband möglich, welche in der Regel im Lieferumfang bereits enthalten ist. Das Element am Fenster oder an der Tür direkt beinhaltet häfig einen Magneten, wodurch der Sensor zuverlässig Alarm schlagen kann, sobald der Magnet den Kontakt zum Sensor verliert.

Varianten von Tür- und Fenstersensoren

  • öffnungsmelder
    Dieser Sensor erkennt nur, wenn ein Fenster tatsächlich geöffnet oder geschlossen wird und leitet nur den aktuell aufgetretenen Status an die Alarmzentrale weiter.
  • Bidirektionaler Betrieb
    Der Sensor teilt den aktuellen Zustand in gewissen Zeitabständen mit und die Zentrale kann im Umkehrschluss anzeigen, ob alle Fenster und Türen im Gebäude geschlossen sind. Vorteil dieser Variante ist, dass ein Hinweis gegeben wird, sollte ein Fenster noch offen sein, bevor die Anlage scharfgestellt wird.

Die Komplettlösung für erhöhte Sicherheit

Was Sie bei der Planung und dem Kauf einer solchen Anlage beachten sollten

1. Funk oder Kabel?

Kabelgebunden

  • Verursachen einen großen Installationsaufwand, da Leitungen zu allen Fenstern und Türen verlegt werden müssen
  • Sie eignen sich daher überwiegend für Neubauten oder im Zuge der Neurenovierung eines Hauses oder einer Wohnung
  • Kabelgebundene Anlagen stellen noch immer die sicherste Variante dar

Funk-Anlagen/ IP-Anlagen

  • Einfachere und bequemere Installation
  • Eignet sich zum Nachrüsten, da keine Leitungen zu allen Türen und Fenstern verlegt werden müssen
  • Eignet sich besonders zur Integration in Smart Home Systeme
2. Sirenen: Innen, außen oder beides?
  • Schriller Alarm im Inneren des Gebäudes, den man in der Regel außerhalb kaum bzw. nicht hört
  • Ziel: Die im Gebäude befindlichen Personen zu jeder Tageszeit auf einen Einbruch aufmerksam zu machen
  • Problem: Lassen sich mit einem Kissen oder einer Decke schnell schalldicht abdecken
  • Tipp: Anbringen mehrerer Innensirenen erschwert das schnelle Deaktivieren aller Schallquellen
  • Sollen dem Problem von Innensirenen entgegenwirken
  • Ziel: Umfeld (z.B. Nachbarn) auf den Alarm aufmerksam machen
  • Montage: Anbringung an einer Stelle, die von Einbrechern nicht leicht erreicht werden kann (z.B. in großer Höhe)
3. Gewährleistung durchgehender Stromversorgung
  • Problem: Außensirenen werden häufig nur mit Batterien versorgt
  • Tipp: Auswahl einer energiesparenden Variante, um eine möglichst lange Laufzeit zu gewährleisten
  • Empfehlenswert: Sirenen, die mit Solar- oder Netzspannung betrieben werden
4. Integrierte Module

Bewegungsmelder

  • Problem: Veränderliche Wärmequellen (z.B. Luftschacht) oder Haustiere führen unter anderem zu Fehlalarm
  • Tipp: Einsatz von Bewegungssensoren in Räumen, die für Tiere verschlossen sind

Tür- und Fenstersensoren

  • Tür- und Fensterkontakte sind häufig zuverlässiger und erkennen das Öffnen von Türen und Fenstern frühzeitiger
  • Zudem haben sie häufig eine lange Batterielaufzeit und sind kostengünstig in der Anschaffung

Rauchmelder

  • Es ist sinnvoll diesen mit der Alarmanlage zu verbinden, wenn diese an das Telefon oder das Internet angeschlossen ist, sodass im Alarmfall der Betroffenen informiert werden kann
  • Hier können Sie sich über Präventationsmaßnahmen für Brände informieren.

Überwachungskamera

  • Sie sind vor allem in Gebäuden sinnvoll, die ggf. längere Zeit leer stehen
  • Im Falle eines Einbruchs erhöhen sie die Chancen zur Aufklärung deutlich
5. Welche Alarmfunktion soll Ihre Anlage besitzen

Zeitverzögerter Alarm

  • Eine Zeitverzögerung sollte einstellbar sein, um bei Betreten des Hauses die Anlage deaktivieren oder in den Home-Modus versetzen zu können

Telefonische Alarmmeldung

  • Eine Verbindung zum Telefonnetz ist jedenfalls empfehlenswert, damit die Anlage schnell einen Anruf absetzen kann
  • Hinweis: SMS und E-Mail ersetzen einen automatischen Anruf nicht, da diese leicht übersehen werden können werden. Sie dienen daher lediglich als Ergänzung zum Telefonanruf

Stiller Alarm

  • Absetzen einer Alarmmeldung ohne Aktivieren der Sirene (z.B. Anruf)
  • Hinweis: Vor allem für Gefahrensituationen, in denen ein unbemerkter Alarm wünschenswert ist
6. Ausreichender Schutz bei Strom- oder Internet-Ausfall
  • Problem: Bei Stromausfall fällt in der Regel auch der Internetrouter aus, was bei Anlagen, die nur über die App einen Einbruch informieren, sehr kritisch ist
  • Tipp: Installation einer lauten Außensirene, damit bei Stromausfall die Nachbarn auf den Einbruch aufmerksam gemacht werden bzw. der Einbrecher vertrieben wird
  • Empfehlenswert: Integrierte Notstromversorgung aus Batterie und Akku