Leuchten & Lampen Ratgeber

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Ergonomische Arbeitsplatzbeleuchtung

 

Die Arbeitsplatzbeleuchtung hat einen deutlichen Einfluss auf die Belastung der Sehnerven und wirkt sich damit sowohl auf den körperlichen als auch auf den mentalen Gesundheitszustand aus. Denn 80 % aller Sinneseindrücke erfolgen visuell. Individuelles und gesundes Licht steigert nicht nur die Produktivität, vielmehr ist es grundlegend für den Gesundheitsschutz. Mit der richtigen Ausleuchtung des Arbeitsplatzes werden Augen-, Kopf- und Nackenschmerzen effektiv vorgebeugt und das Wohlbefinden positiv beeinflusst. Achten Sie deshalb auf eine gute Mischung verschiedener Leuchten und Lampen an Ihrem Arbeitsplatz.

Gesundes Licht steigert die Produktivität

In der europäischen Norm DIN/EN 12464-1 hat der Gesetzgeber Kriterien für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen festgehalten. DIN EN 12464-1 gibt keine bestimmten Lösungen vor. Die Beleuchtung in Arbeitsstätten kann sowohl durch Tageslicht, künstliches Licht oder einer Kombination aus beidem erfolgen. Die bei einem Großteil der Arbeitsstätten geforderte Güte der Sehverhältnisse und des Sehkomforts wird bestimmt durch die Art und die Dauer der Tätigkeit.

 

 

Unsere Themen im Überblick

 

 

 

Das optimale Lichtkonzept – wie stellt man gesundes Licht her?

 

Die optimale Lösung ist eine Kombination von

Während die Deckenbeleuchtung für indirektes Licht sorgt, spendet eine Tischleuchte individuell anpassbares Licht und sorgt für ermüdungsfreies und konzentriertes Arbeiten. Eine weitere Direktbeleuchtung sollte seitlich zum Arbeitsplatz positioniert sein, damit keine Blendungen und Reflexionen entstehen.

Das optimale Lichtkonzept im Büro

Kriterien für eine gute Beleuchtungsqualität nach DIN EN 12464-1:

  • angenehme Lichtumgebung
  • harmonische Leuchtdichteverteilung
  • ausreichende Beleuchtungsstärke (Lux) für die entsprechende Sehaufgaben oder Bereiche der Tätigkeit
  • gute Gleichmäßigkeit
  • Begrenzung von Direkt- und Reflexblendung sowie von Schleierreflexionen
  • richtige Lichtrichtung und angenehmes Modeling der Leuchten
  • passende Lichtfarbe und Farbwiedergabe
  • Vermeiden von Flimmern und stroboskopischen Effekten
  • Qualitäten des Tageslichtes
  • Veränderlichkeit von Licht

 

 

Tageslicht als Basis für die Bürobeleuchtung

 

Große Fenster durchfluten den Raum gleichmäßig mit natürlichem Tageslicht, welches immer voll ausgenutzt werden sollte. Helle Wände sind von Vorteil, denn sie verteilen das Licht gleichmäßig, ohne zu stören. Je mehr Tageslicht verfügbar ist, desto besser. Denn das natürliche Licht bestimmt unseren Biorhythmus und damit unsere Leistungsfähigkeit.

Beachten Sie die richtige Anordnung des Arbeitsplatzes zur Lichtquelle, um Blendungen zu verhindern. Positionieren Sie den Schreibtisch so, dass der Mitarbeiter nicht durch direkte Sonneneinstrahlung geblendet wird. Harte Schatten und Kontraste im direkten Blickfeld sollten vermieden werden, sowie reflektierende Flächen wie Monitore und Spiegel.

Die Qualität des Tageslichts ändert sich mit der Tages- und Jahreszeit sowie mit den Witterungsverhältnissen. Demnach ist der Einsatz künstlicher Beleuchtung unumgänglich, um eine ergonomische Bürobeleuchtung zu schaffen.

 

Grundbeleuchtung: Deckenleuchten

Deckenleuchte

Generell hat sich in Büros mit professionellem Lichtkonzept eine Kombination aus direktem und indirektem Licht bewährt. Deckenleuchten mit Spiegelrastern, die das Licht einerseits direkt nach unten verteilen und mittels Spiegellamellen zugleich gleichmäßig im Raum verteilen, gelten als Ideallösung für größere Büros und sorgen rund um die Uhr für eine Grundhelligkeit.

Noch ergonomischer sind Deckenleuchten, die sich an die Intensität des Tageslichts anpassen und automatisch dimmen.

 

 

Individuelle Beleuchtung am Arbeitsplatz: Schreibtischlampen und Stehleuchten

 

Büro mit Schreibtischlampe und StehlampeSchreibtischlampen und Stehleuchten ergänzen eine gute Allgemeinbeleuchtung des Raumes und zeigen sich als beste Wahl, um direktes Licht am Arbeitsplatz zu erzielen. Der Mitarbeiter hat hier die Möglichkeit, die Ausrichtung des Lichtes, sowie die Stärke individuell auf seine Bedürfnisse anzupassen.

Bei der Positionierung von Schreibtischlampen ist stets auf den Winkel der Lichteinstrahlung zu achten. Rechtshänder sollten Ihre Schreibtischlampe beispielsweise immer auf der linken Seite des Tisches platzieren, damit die eigene Hand beim Schreiben keinen Schatten auf das Papier wirft.

Stehleuchten als Arbeitsplatzleuchten werden neben dem Schreibtisch oder in Fensternähe platziert, um eine möglichst natürliche Ausleuchtung zu gewährleisten. Sie halten den Schreibtisch frei und eignen sich für Doppel- und Einzelarbeitsplätze.

 

Individuelle Lichtstärke

Idealerweise überlässt man dem Mitarbeiter die Freiheit, die Lichtstärke den eigenen Bedürfnissen und der jeweiligen Tätigkeit individuell anzupassen. Dies  lässt sich realisieren, indem die Beleuchtung aus mehreren unabhängigen Komponenten besteht. Neben der  zusätzlichen Arbeitsplatzleuchte kann dies durch getrennt schaltbare Leuchtbänder und Dimmer umgesetzt werden.

Moderne Systeme zur Lichtsteuerung sind zudem in der Lage, die Veränderung des Tageslichts nachzubilden: Anregendes Licht am Morgen, mehr Lichtstärke für die Konzentrationsphase am Nachmittag und weiches Licht für den Abend. Das fördert nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeiter, sondern hilft auch noch Kosten zu sparen.

 

Bildschirmergonomie

 

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass von derzeit 41,5 Mio. erwerbstätigen Menschen in Deutschland 18 Mio. überwiegend an einem Bildschirm arbeiten. Auch im Privatleben werden PC´s, Notebooks, Smartphones oder Tablets häufig genutzt. Immer mehr Menschen verbringen den überwiegenden Teil des Tages mit dem Lesen und Eingeben von Informationen an einem elektronischen Display. 

Im Rahmen des Beleuchtungskonzepts einer Büroumgebung muss auch der Computerbildschirm als Lichtquelle gesehen werden. Folgende Eigenschaften sollten gegeben sein, um die Belastungen für Auge und Körper möglichst gering zu halten:

 

 

Lichttechnik

 

2009 hat die EU Kommission der Glühbirne den Garaus gemacht. Das Glühbirnenverbot soll die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahre 2020 um mindestens 20 % reduzieren. Die LED-Technik hat die Glühbirne als Energiespar-Alternative abgelöst.

Weitere Beleuchtungstechniken sorgen heute für Licht im Dunkeln. Dazu gehören Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren, Vollspektrumlampen und Halogenlampen. Unterschiedliche Eigenschaften und Vorteile bestimmen ihren Einsatzbereich. Wählen Sie das richtige Leuchtmittel für Ihre Anforderungen.

 

Leuchttechnik Vorteile Nachteile
LED-Lampen
(licht-emittierende Diode)
  • LED-Lampen sind die modernsten Leuchtmittel und mit allen gängigen Fassungen zu erhalten.
  • Sie zeichnen sich durch extrem niedrigen Energieverbrauch aus und sind herkömmlichen Leuchtmitteln in Sachen Lichtausbeute und Lebensdauer (bis zu 50.000 Std.) weit überlegen.
  • Die Energieeinsparung einer LED beträgt rund 80 Prozent gegenüber einer herkömmlichen Glühlampe.
  • Das weiße und farbige Licht der LED-Lampen entwickelt kaum Wärme und ist frei von IR- und UV-Strahlung.
  • Für moderne Schreibtischleuchten sind LEDs bzw. OLEDs ideal geeignet.
  • LED-Lampen sind in der Anschaffung teurer als andere Leuchtmittel.
  • LED-Lampen werden als Elektroschrott behandelt und müssen daher beim Wertstoffhof abgegeben werden.
Energiesparlampen
  • Energiesparlampen haben einen hohen Wirkungsgrad und eine lange Lebensdauer.
  • Sie verbrauchen genau wie die LED-Lampen bis zu 80 Prozent weniger Energie im Vergleich zu einer Glühlampe.
  • Energiesparlampen, die mit einem elektronischen Vorschaltgerät ausgerüstet sind, starten flackerfrei und sorgen für ein ruhiges, flimmerfreies Licht.
  • Die Farbwiedergabe kann verfälscht werden. Deshalb sollten sie nicht zum Einsatz kommen, wenn es auf die Farberkennung am Arbeitsplatz ankommt.
  • Energiesparlampen enthalten Quecksilber und müssen deshalb an geeigneten Sammelstellen entsorgt werden.

Leuchtstoffröhren

  • Leuchtstoffröhren haben eine höhere Energieausbeute als herkömmliche Glühbirnen (Lumen pro Watt).
  • Sie sorgen für gleichmäßige Beleuchtung, da das Licht über eine große Fläche abgegeben wird.
  • Die lange Betriebsdauer von bis zu 20.000 Betriebsstunden verkürzt sich erheblich, wenn die Leuchtstoffröhre häufig ein- und ausgeschaltet wird.
  • Die Farbwahrnehmung ist etwas verfälscht.
  • Leuchtstoffröhren müssen als Sondermüll entsorgt werden, da Quecksilber enthalten ist.
Vollspektrumlampen
  • Die spektrale Zusammensetzung dieses Lichts ähnelt der des Sonnenlichts am besten. Vollspekrumlampen bzw. Tageslichtlampen wirken positiv auf die Stimmung und können leistungsfördernd sein.
  • Sie zeichnen sich durch die sehr gute Farbwiedergabe (Ra 96) aus.
  • Vollspektrumlampen sind Leuchtstoffröhren und müssen auch als solche behandelt werden. Das heißt, sie müssen ebenso als Sondermüll entsorgt werden.
  • Da das Spektrum auch das nicht sichtbare Licht (UV-Strahlen) beinhaltet, kann bei falscher Anwendung Sonnenbrand auf der Haut entstehen.

Halogenlampen

  • Halogenlampen brauchen keine Anlaufzeit und sind sofort hell.
  • Sie geben Farben besonders naturgetreu wieder.
  • Sie sind dank ihrer platzsparenden Bauform vielseitig einsetzbar.
  • Halogenlampen sind in Bezug auf die Betriebsdauer (ca. 4.000 Std.) nur durchschnittlich.
  • Sie benötigen ein Vielfaches an Energie einer LED-Lampe.
  • Durch die Betriebsspannung von 12V muss ein Netzteil untergebracht werden.
  • Bei Halogenlampen wird ein geringer UV-Anteil emittiert.
  • Die Lampen können sehr heiß werden, wodurch Verbrennungs- und Brandgefahr entsteht. Daher sollten die Lampen nicht bei leicht entzündlichen Materialien eingesetzt werden.

 

 

Wichtige Faktoren in der Lichttechnik

 

Lichtstrom (Lumen)

 

Lumen (lm) ist die Maßeinheit für den Lichtstrom. Der Lumenwert gibt an, wie hoch die Lichtmenge ist, die eine Lampe tatsächlich abstrahlt. Es ist der entscheidende Wert für die Helligkeit eines Leuchtmittels.

Zu Zeiten der Glühbirne war die Wattangabe einer Lampe ausschlaggebend, um die gewünschte Helligkeit zu ermitteln. LEDs lassen sich jedoch nicht mehr auf dieser Basis auswählen. Die Wattangabe sagt nämlich lediglich aus, wie viel Energie verbraucht wird, nicht jedoch, wie viel Licht tatsächlich erzeugt wird. Was in Zeiten moderner LED-Beleuchtungstechnik wirklich zählt, ist der Lumenwert. Eine Begrifflichkeit, welche die Helligkeit eines Leuchtmittels viel besser beschreibt als Watt.

 

Lichtstärke (Lux)

 

Die Lichtstärke – auch Beleuchtungsstärke – ist ein Maß für die Lichtmenge, welche auf der beleuchteten Fläche ankommt. Sie wird in Lux, Lumen pro Quadratmeter (lm/m2), gemessen und verändert sich mit dem Abstand zur Leuchte.

Je nach Arbeitsaufgabe und Mitarbeiter muss eine andere Beleuchtungsstärke vorhanden sein. Generell wird eine Lichtstärke von mindestens 500 Lux empfohlen. Ältere oder am Sehorgan eingeschränkte Mitarbeiter benötigen eine höhere Lux Zahl (750 - 1500 Lux).

 

Die folgende Tabelle zeigt Leitwerte für Beleuchtungsstärken in Arbeitsräumen.

 

Art der Arbeit Beleuchtungsstärke (Lux) Beispiele
grob 50 - 200

Lagerräume

mittel 200 - 300 Verpackung und Versand, einfache Montagen
fein 500 - 750 Lesen, Schreiben, Montage feiner Geräte, filigrane Arbeit
sehr fein bis extrem fein 1000 - 2000 Technisches Zeichnen, Laborarbeiten

 

Lichtfarbe (Kelvin) und Farbwiedergabe

 

Die Lichtfarbe, auch Farbtemperatur, wird in Kelvin gemessen und bestimmt den biologischen Rhythmus des Menschen. Sichtbares Licht in den Frequenzen von 780 nm bis 380 nm reicht von den Farben Rot bis Violett. Dabei kann die Farbskala mit den folgenden Kelvin-Werten angegeben werden:

 

Lichtfarbe Spektrum Wirkung
warmweiß 2700 bis 3300 Kelvin

entspannend

neutralweiß 3300 bis 5300 Kelvin ---
tageslichtweiß 5300 bis 7500 Kelvin aktivierend

 

Welche Farbtemperatur für den Arbeitsplatz?

Neutralweiße Lichtfarbe von 4000 Kelvin wird am angenehmsten für Bürotätigkeiten am Bildschirm empfunden. Tageslichtweiße Lampen von 6000 Kelvin und höhere Farbtemperaturen gelten als biologisch wirksamer, werden allerdings von vielen als zu grell empfunden.

 

Die Farbwiedergabe

Die Qualität der Farbwiedergabe von Lichtquellen wird mit dem Farbwiedergabeindex Ra beschrieben. Es handelt sich also um die Wiedergabe von Farben von Gegenständen, die mit verschiedenen Lichtquellen beleuchtet werden. Je niedriger der Wert, desto schlechter ist die Farbwiedergabe.

Der Index hängt von der Lichtfarbe und der Lampenart ab. Am Büroarbeitsplatz wird beispielsweise ein Index Ra von min. 80 gefordert. In der Bild- und Grafikbearbeitung werden höhere Werte erfordert.

 

 

Energieeffiziente Beleuchtung

 

Die Möglichkeit, durch energieeffiziente Beleuchtung und technische Optimier­un­g Kosten zu sparen, wird allgemein unterschätzt. Mittels kleiner Kniffe und relativ wenig Investitionskosten können Stromkosten und so auch Treibhausgas-Emissionen signifikant gesenkt werden.

Unsere EmpfehlungenEnergieeffizienzklassen Kennzeichnung

Energieeinsparung sollte nun aber auf keinen Fall zur Vernachlässigung wichtiger ergonomischer Richtlinien für eine gute Beleuchtung bei der Bildschirmarbeit führen.

 

 

Fazit

 

Folgende Leitfragen helfen Ihnen Ihr Beleuchtungskonzept auszuarbeiten:

  • Dringt ausreichend Tageslicht an den Arbeitsplatz?
  • Entspricht die gewählte Beleuchtung der jeweiligen Sehaufgabe?
  • Nutzen Sie ein ausgewogenes Verhältnis aus direktem und indirektem Licht?
  • Gibt es Optimierungsbedarf beim Einsatz von Energiesparlampen?
  • Verwenden Sie flimmer- und blendfreie Leuchten?
  • Ist die Lichtstärke im Raum individuell regulierbar?
  • Nutzen Sie angenehme und helle Lichtfarben?
  • Werden Blendungen und störende Reflexionen vermieden?

 

 

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